Bei schönstem Sommerwetter eröffnete Prof. Dr. med. Dr. h.c. Dr. h.c. Gerd Heusch die Feierlichkeiten im Garten der Akademie. Der Akademiepräsident skizzierte in seiner Begrüßung die wesentlichen Meilensteine von der Gründung des Jungen Kollegs bis heute. Er sprach von einer „Erfolgsgeschichte“. Denn mehr als drei Viertel der wissenschaftlichen Alumni forschen heute auf einer W2- oder W3-Professur. „Das ist keine Wette auf die Zukunft. Das ist ein sicheres Investment“, betonte Heusch, der auch daran erinnerte, wem die Akademie ihr Junges Kolleg zu verdanken hat.
Alt-Präsident Prof. Dr. med. Dr. h.c. Helmut Sies, der persönlich an der Feier teilnahm und ebenfalls ein paar Worte an die Gäste richtete, hatte sich während seiner Amtszeit (2002-2005) für die Gründung eines Förderprogramms für den wissenschaftlichen Nachwuchs in NRW starkgemacht. Ihm war es gelungen mit der Mercator Stiftung den entscheidenden Geldgeber für das Vorhaben zu gewinnen, sodass das Junge Kolleg im Jahr 2006 unter seinem Nachfolger Prof. Dr. rer. nat. Dr. ing. h.c. Manfred J.M. Neumann gegründet werden konnte.
Ein Ort, an dem Wissenschaft und Kunst gemeinsam Zukunft gestalten
Als die Förderung durch die Mercator Stiftung 2013 auslief, übernahm das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium die Finanzierung von 30 Stipendienplätzen. „Das Ministerium unterstützt das Junge Kolleg mit 360.000 Euro pro Jahr“, erklärte Staatssekretärin Gonca Türkeli-Dehnert, die in ihrem Grußwort zwei Besonderheiten des Jungen Kollegs hervorhob, die es von vielen anderen Förderprogrammen unterscheiden: seine Interdisziplinarität und die Verbindung von Kunst und Wissenschaft. Die Staatssekretärin sprach von einem Ort, an dem Wissenschaft und Kunst gemeinsam Zukunft gestalten.
Neben den 30 vom Wissenschaftsministerium geförderten Stipendien verfügt das Junge Kolleg mittlerweile über 13 weitere Plätze. Sie werden, wie Professor Heusch erläuterte, von der Landesrektorenkonferenz im Rahmen der Nachhaltigkeitsinitiative Humboldtⁿ sowie von der Stiftung der Freunde und Förderer der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste finanziert. Und dann konnte der Präsident im Rahmen der Jubiläumsfeier sogar noch einen weiteren, künftigen Förderer des Jungen Kollegs bekanntgeben. Denn ab dem kommenden Jahr wird die Stiftung Zukunft NRW der NRW Bank jedes Jahr die Kosten für fünf zusätzliche Stipendienplätze übernehmen.
Die Stiftung Zukunft NRW der NRW Bank finanziert ab 2027 jedes Jahr fünf zusätzliche Stipendienplätze
Professor Heusch betonte, wie sehr ihn diese positive Entwicklung auch persönlich freue. Er bezeichnete das Junge Kolleg als „einen besonders aktiven Teil der Akademie, der ihm immer wieder den Optimismus verleihe, trotz aller Widrigkeiten an die Zukunft unseres Wissenschaftssystems zu glauben.“
Was das Junge Kolleg allein im vergangenen Jahr alles auf die Beine gestellt hat, welche Veranstaltungen eigenständig oder auch gemeinsam mit den Klassen der Akademie initiiert wurden, darüber gaben Darko Radosavljev, Mitglied des Sprecher: innen-Teams, sowie die Sprecherin des Jungen Kollegs, Dr. Elisabeth Kreidt, den Gästen einen Einblick. Anschließend leiteten die beiden aktiven Mitglieder zum vielleicht wichtigsten Teil der Veranstaltung über. Schließlich ist das Junge Kolleg seit 20 Jahren vor allem eins - ein Ort für Begegnungen und interdisziplinären Austausch. Und genau diesen Austausch konnten die Gäste nun auch im Rahmen der Jubiläumsfeier erleben. Im Foyer der Akademie erwarteten sie die Stipendiatinnen und Stipendiaten an sogenannten „Begegnungstischen“. Mit dabei hatten sie Exponate aus ihrem wissenschaftlichen und künstlerischen Arbeitsalltag, die für spannende Gespräche zwischen den aktiven und den ehemaligen Mitgliedern des Jungen Kollegs sorgten.