Projekt Echtzeit
Echtzeit ist nach Leben nach Microsoft das zweite Kapitel einer auf mehrere Kapitel angelegten interdisziplinären Auseinandersetzung mit dem sogenannten „Haus der Wissenschaften“ – auch als „Karl-Arnold-Haus“ bekannt. Seit 1970 beherbergt das von Hans Schwippert zwischen 1958 und 1960 errichtete, mittlerweile denkmalgeschützte Gebäude, die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste.
In Echtzeit tritt der bedeutende Bau der Nachkriegsmoderne in den Dialog mit künstlerischen Arbeiten, die Fragen von Architektur, Raum und Zeit unter dem Aspekt einer sich dauerhaften beschleunigenden Gegenwart reflektieren. Träge und widerständige Architektur trifft auf das Versprechen permanenter Verfügbarkeit und Unmittelbarkeit. Kunst entfaltet sich in diesem Rahmen nicht in „White Cubes“, sondern interagiert unmittelbar mit den räumlichen Gegebenheiten – macht sich diese gar zu eigen.
Architektonische Eingriffe von Johannes Schilling, Mitglied der Klasse der Künste, in Zusammenarbeit mit Schilling Architekten und Studierenden der FH Münster verändern für die Dauer des Projekts die Wahrnehmung des Hauses der Wissenschaften und ergänzen seine Nutzung. Der Eingang wird an die Gartenseite des Gebäudes verlegt, bislang verborgene Funktionsbereiche werden für das Publikum geöffnet und einer jungen Generation von Kunstschaffenden als temporäre Projekträume für künstlerische Interventionen zur Verfügung gestellt.
Mit ‚Echtzeit‘ nimmt die Klasse der Künste auch die Rolle der Akademie selbst und deren Jahresthema ‚Wahrheit‘ in den Blick. Was bedeutet eine sich rasant beschleunigende Gegenwart für eine Institution, deren Arbeit auf wissenschaftlicher und künstlerischer Vertiefung beruht? Und wie lässt sich die für intensive, langfristige Wahrheits- und Erkenntnissuche notwendige Zeit unter diesen Bedingungen bewahren?
Eine zentrale Position im Projekt nimmt außerdem Hans Haackes ‚News‘ ein, das erstmalig 1969 im Rahmen von Prospect 69 in der Kunsthalle Düsseldorf präsentiert wurde.
Damals entfaltet sich das Werk parallel zur stattfindenden Bundestagswahl: Ein Fernschreiber empfängt Meldungen der Deutschen Presse-Agentur. Diese werden unmittelbar im Ausstellungsraum auf Endlospapier ausgedruckt. Vor den Augen des Publikums entsteht so eine meterlange, verwobene Papierstrecke, die das Zeitgeschehen abbildet. 2026 kehrt das Werk nach Düsseldorf mit tagesaktuellen Meldungen zurück.
Neben ‚News‘ werden Werke von Julia Scher, Nina Canell, Liz Deschenes, Candida Höfer, Oliver Laric und Seth Price gezeigt. Moritz Riesenbeck bespielt einen der Projekträume. Arbeiten von Tobias Hohn & Stanton Taylor sowie Rosemarie Trockel, die bereits im ersten Kapitel der Projektreihe zu sehen waren, werden im zweiten Kapitel neu kontextualisiert.
Zum Projekt:
Echtzeit
II. Kapitel eines Projekts der Klasse der Künste, begleitend kuratiert von Martin Germann, in Zusammenarbeit mit Sophia Naumann.
Laufzeit: 7. Oktober 2026 bis 25. Februar 2027
Ort: Haus der Wissenschaften / Karl-Arnold-Haus,
Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste
Palmenstraße 16, Düsseldorf
Öffnungszeiten:
Mittwoch | 07.10.2026 | 18 Uhr | Eröffnungsveranstaltung |
Freitag | 16.10.2026 | 15-18 Uhr | 16.30-17.30 Uhr |
Mittwoch | 21.10.2026 | 15-18 Uhr | 16.30-17.30 Uhr |
Donnerstag | 29.10.2026 | 15-18 Uhr | 16.30-17.30 Uhr |
Dienstag | 03.11.2026 | 15-18 Uhr | 16.30-17.30 Uhr |
Mittwoch | 11.11.2026 | 15-18 Uhr | 16.30-17.30 Uhr |
Dienstag | 17.11.2026 | 15-18 Uhr | 16.30-17.30 Uhr |
Mittwoch | 25.11.2026 | 15-18 Uhr | 16.30-17.30 Uhr |
Freitag | 04.12.2026 | 15-18 Uhr | 16.30-17.30 Uhr |
Mittwoch | 09.12.2026 | 15-18 Uhr | 16.30-17.30 Uhr |
Dienstag | 15.12.2026 | 15-18 Uhr | 16.30-17.30 Uhr |
Dienstag | 12.01.2027 | 15-18 Uhr | 16.30-17.30 Uhr |
Mittwoch | 20.01.2027 | 15-18 Uhr | 16.30-17.30 Uhr |
Freitag | 29.01.2027 | 15-18 Uhr | 16.30-17.30 Uhr |
Mittwoch | 03.02.2027 | 15-18 Uhr | 16.30-17.30 Uhr |
Mittwoch | 10.02.2027 | 15-18 Uhr | 16.30-17.30 Uhr |
Mittwoch | 17.02.2027 | 15-18 Uhr | 16.30-17.30 Uhr |
Freitag | 26.02.2027 | 15-18 Uhr | 16.30-17.30 Uhr |
Über die Akademie:
Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste bringt seit 1970 herausragende Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kunst zusammen. In vier Klassen fördert sie den interdisziplinären Austausch und den Dialog über aktuelle wissenschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Fragen. Über Veranstaltungen und Publikationen macht sie das exzellente Wissen und die künstlerischen Perspektiven ihrer Mitglieder für eine breite Öffentlichkeit sichtbar. Zur Akademie: https://www.awk.nrw/akademie/portrait
Über die Klasse der Künste:
Die 2008 gegründete Klasse der Künste vereint renommierte Persönlichkeiten aus Bildender Kunst, Literatur, Musik, Architektur, Darstellender Kunst und Medienkunst sowie kunstbezogenen Wissenschaften und Praxis. Mit ihr ist die Nordrhein-Westfälische Akademie die einzige wissenschaftliche Landesakademie Deutschlands mit einer eigenständigen Klasse für die Künste. Zu den Mitgliedern: https://www.awk.nrw/mitglieder/liste/klasse/k
Weitere Informationen:
Kapitel 1, „Leben nach Microsoft“: https://www.awk.nrw/veranstaltungen/leben-nach-microsoft
Interview zum Format mit Nadine Oberste-Hetbleck, Sekretarin der Klasse, und Martin Germann, kuratorische Leitung: https://www.awk.nrw/news/von-der-jahresausstellung-zu-einem-neuen-format